Weltweit auf
Erfolgskurs

fest verwurzelt in der Heimat:
Die Bioteaque.

„Es ist nicht leicht einen Hühnerhaufen zu betreuen“

Wenn es ein Tee-Händler aus Traunstein schafft, dass sogar Kunden aus den Herkunftsländern des Tees bei ihm einkaufen, dann muss das schon was ganz Besonderes sein. Wir haben uns auf die Suche gemacht, nach dem Erfolgsgeheimnis der ersten Traunsteiner Tee-Manufaktur.

Geben Sie im Internet die Stichworte „Tee“ und „Traunstein“ ein, wird Ihnen an erster Stelle die Seite der Bioteaque angezeigt. Klicken Sie sich dann weiter, werden Sie von zwei barfüßigen Geschäftsleuten empfangen, die Sie in Lederhosen, jeweils mit einer großen Teekiste auf den Schultern, anstrahlen. 

In Traunstein am Kniebos, in der alten Walzmühle, haben sich Bernhard Koller und Armin Wagner mit ihrer Bioteaque angesiedelt. Ein Tee-Handel, der ausschließlich Tees und Tee-Mischungen aus biologischem Anbau vertreibt.

Beim Baden am Chiemsee sind die beiden Freunde auf die Idee gekommen Bio-Tee zu vertreiben. Das sollte aber nicht nur ein Premium-Produkt sein, sondern eben was ganz Besonderes. Und so wurden unter anderem der „Schwarze Luis“ und die „Glückliche Resi“ geboren. So heißen sie nämlich, die Teesorten, die von der Bioteaque verkauft werden. Auch, wenn sich dahinter Klassiker wie „English Breakfast“ oder ein erfrischender Früchtetee verbergen. Nicht nur der Firmenname zeigt an, dass sich dieser Teeanbieter vom Markt abhebt.

Armin Wagner hat sich für uns die Zeit genommen, uns etwas über das Unternehmen zu erzählen. Schon bei der Begrüßung war klar: Der Mann lebt, was er tut.

Und er sieht wirklich genau so aus wie auf der Bioteaque Internetseite. Nachdem wir uns im Besprechungsraum gesetzt haben, der frische Tee serviert und gekostet ist, platzt die erste Frage aus mir heraus: „Ist das Verkleidung für das Interview oder ziehst Du Dich immer so an?“. Darauf lacht Wagner und versichert uns glaubhaft in Chiemgauer Bayrisch: „Na, des is scho' echt!“

Aber nicht nur der Stil ist echt. Im Selbststudium haben Wagner und sein Geschäftspartner Koller sich alles über Tee beigebracht, was es zu wissen gibt. Und so verkosten die beiden alle paar Wochen höchstpersönlich zig Sorten von Tees und Zutaten für die Mischungen. Der Herausforderung, immer eine gleichbleibende Qualität und Geschmack zu liefern, indem eben nur die besten Zutaten im richtigen Verhältnis gemischt werden, stellen sich die beiden Geschäftsführer persönlich.

Alle Abfüllungen finden in Traunstein statt. Auch viele Mischungen werden hier hergestellt. Und das alles von Hand – daher nennt sich die Bioteaque auch Tee-Manufaktur. Weil hier noch echte Handarbeit von echten Menschen geleistet wird.

Um die 100 Sorten Schwarztee, Grüntee, Kräutertee und Früchtetee gibt’s aktuell im Angebot. Und jede einzelne Mischung wurde von Koller und Wagner persönlich zusammengestellt. Immer wieder kommen neue Sorten hinzu. Und überhaupt ist Wachstum ein zentrales Thema für das Unternehmen.

In den vergangen Jahren gab es Umsatzsteigerungen zwischen 80 und 100%. Sehr gut verkaufen sich die Tees im Stammhaus in Traunstein sowie im Flagship Store in der Salzburger Panzerhalle. Auch der Internet-Handel „geht tierisch ab“, so Wagner. Rund 90 Prozent des gesamten Umsatzes macht die Bioteaque aber mit Vier- bis Fünf-Sterne-Hotels und Zwischenhändlern in Europa. 

Der hervorragende Absatz lässt sich nicht durch den Preis erklären. Denn der ist im oberen Bereich angesiedelt. Bis zu 2.500,- Euro können Sie hier in ein Kilo Tee investieren. Es sei eine bewusste Entscheidung gewesen – nicht nur für Bio. Wagner und Koller wollten gezielt ins Premium-Segment. Damit haben sie sich aber nicht nur für größere Margen entschieden. Das wäre rein kaufmännisch gedacht. Vor allem stellen sie sich damit einem wesentlich höheren Qualitätsanspruch, den die Kunden damit an die Bioteaque Tees haben.

Das Geheimnis des Erfolges ist die gelungene Mischung aus Qualität und Originalität. Denn wie sich ein Weinliebhaber nicht darum kümmert, was ein Glas von seinem Lieblingstropfen kostet, so schätzt auch der Tee-Genießer die Qualität von biologisch angebautem Tee und ein volles Aroma.

Und außerdem wird hier auch ein ganz besonderes Lebensgefühl verkauft, dass man zum Beispiel mit den Sorten „starker Adonis“ oder „blumige Amanda“ selbst erschmecken kann.

Wagner hat uns aber auch noch ein weiteres Erfolgsgeheimnis verraten. Es sind seine Mitarbeiter. Rund 40 Angestellte arbeiten derzeit in der Bioteaque. Vorwiegend Frauen. Und wir sehen ein bisschen Stolz in seinen Augen, als Wagner erzählt, dass alle seine Angestellten voll und ganz hinter dem Produkt und der Marke stehen und sich auch mit dem Unternehmen selbst identifizieren. Und es gab, so Wagner, noch keine einzige Kündigung, weil eine Mitarbeiterin oder Mitarbeiter sich im Betrieb nicht wohl gefühlt hätte.

Obwohl es sehr wohl saisonale Schwankungen gibt, was das Arbeitsvolumen angeht, sind alle Mitarbeiter der Bioteaque unbefristet angestellt. Und auch, wenn es manchmal nicht ganz einfach ist, den „Hühnerhaufen“, wie Wagner seine vorwiegend weiblichen Angestellten augenzwinkernd nennt, bei Laune zu halten, sieht er doch in einem guten Betriebsklima ein wichtiges Fundament für sein Unternehmen. Und deswegen kümmert er sich auch gerne persönlich um die Anliegen seiner Mitarbeiter.

Regelmäßige Team-Building Maßnahmen gehören ebenso zu der erfolgreichen Unternehmenskultur, wie gemeinsame private Ausflüge in die Chiemgauer Alpen. Diese Investitionen sieht Wagner als einen zentralen Punkt in Sachen Personalkultur.

Aber natürlich hat auch die Bioteaque Probleme zu lösen. So zum Beispiel die Standort Frage. Die Walzmühle ist zwar ein attraktives und historisches Gebäude mitten in Traunstein. Aber mit zunehmendem Warenumschlag und einer steigenden Mitarbeiterzahl wird’s auch hier langsam immer enger. Also wird bereits intensiv nach neuen Standorten für Produktion, Lager und Verwaltung gesucht. Und gibt es Vieles zu bedenken: Verkehrsanbindung, Anfahrtsmöglichkeit für LKW und ein geeignetes Lager für die empfindliche Ware.

In Zukunft soll es im Angebot der Bioteaque auch Kaffee geben. Natürlich auch hier beste Bio-Qualität für anspruchsvolle Genießer, fair gehandelt und im Chiemgau geröstet. Auch neue Märkte werden erschlossen. Die BeNeLux-Länder, Skandinavien und in absehbarer Zeit auch die USA sollen in den Genuss der Traunsteiner Tees kommen.

Die Richtung ist für Armin Wagner und seinen Geschäftspartner Bernhard Koller klar: eine solide Zukunft als Unternehmen im Chiemgau. Regional verwurzelt und weltweit erfolgreich.